Vom Busankoppler bis zur Szene: ein technischer Leitfaden durch Aufbau, Komponenten und Praxisbeispiele der KNX-Gebäudesystemtechnik — dem offenen Standard für intelligente Elektroinstallation.
KNX ist ein herstellerunabhängiger, weltweit genormter Standard für die Gebäudesystemtechnik. Er hat sich aus dem European Installation Bus (EIB) entwickelt und ermöglicht es, Sensoren, Aktoren und Bedienelemente über eine gemeinsame Busleitung miteinander zu vernetzen — unabhängig vom Hersteller der einzelnen Geräte.
Anders als bei einer klassischen Elektroinstallation, bei der jeder Schalter direkt mit dem zu schaltenden Verbraucher verdrahtet ist, kommunizieren bei KNX alle Teilnehmer über ein separates Datenkabel. Schaltbefehle werden als Telegramme über den Bus gesendet und von den zuständigen Aktoren ausgewertet und ausgeführt.
Dieses Prinzip macht Gebäude flexibel: Funktionen wie Lichtszenen, Zeitprogramme oder Verknüpfungen zwischen Jalousie und Wetterstation lassen sich per Software projektieren, ohne dass neue Leitungen verlegt werden müssen.
Ein KNX-System gliedert sich in Linien, die über Linienkoppler zu Bereichen zusammengeschlossen werden. Jeder Teilnehmer besitzt eine eigene physikalische Adresse und ist über die Busleitung sowohl mit Spannung als auch mit Daten versorgt.
Grundeinheit der Topologie mit bis zu 64 Teilnehmern, versorgt über eine zentrale 30-V-Bus‑spannungsversorgung mit Drossel.
Verbindet mehrere Linien zu einem Bereich und filtert Telegramme, damit nur relevanter Datenverkehr weitergeleitet wird.
Erzeugt die 30-V-Bus‑kleinspannung (SELV) und entkoppelt die Linie über eine Drossel von Störungen.
Jedes Gerät erhält eine eindeutige Adresse (Bereich.Linie.Teilnehmer), z. B. 1.1.12, zur eindeutigen Identifikation im Bus.
Fünf Komponententypen bilden das Rückgrat jeder KNX-Installation — von der physischen Busleitung bis zur digitalen Visualisierung.
Verdrilltes, geschirmtes 2-Draht-Kabel, das Daten- und Spannungsversorgung (30 V SELV) gemeinsam zu allen Teilnehmern führt. Meist grün-rot ummantelt.
Erfassen Zustände — Bewegung, Helligkeit, Temperatur, Wind — und senden bei Änderung ein Telegramm auf den Bus.
Schalten Verbraucher wie Licht, Steckdosen, Jalousiemotoren oder Heizventile auf Basis empfangener Bus-Telegramme.
Bedienelement für Nutzereingaben — ein Tastendruck erzeugt ein Schalt-, Dimm- oder Jalousietelegramm auf dem Bus.
Software oder Touch-Panel, das den Systemzustand darstellt und die zentrale Bedienung aller Funktionen ermöglicht.
Typische Anwendungsfälle, die den Mehrwert einer KNX-Installation gegenüber klassischer Elektrik zeigen.
Schematische Darstellungen der wichtigsten physischen Bauteile einer KNX-Installation.